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Serie Teil 5: Wer wäre ich in der Apokalypse?

Serie Teil 5: Wer wäre ich in der Apokalypse?

Teil 5 – Der Bandit

Es gibt eine Wahrheit über die Apokalypse, die man nicht gerne ausspricht: Nicht jeder überlebt, indem er gut bleibt. Manchmal überlebt man nur, indem man etwas von sich verliert.

Vielleicht wäre ich ein Bandit.

Nicht der brutale Räuber, der aus Spass tötet. Nicht der, der lacht, während er anderen das Letzte nimmt. Sondern der Bandit, der aus Hunger handelt. Aus Angst. Aus Einsamkeit. Aus diesem leisen, nagenden Gefühl, dass die Welt einen längst vergessen hat.

Ich stelle mir vor, wie ich in der Dämmerung am Waldrand stehe. Die Hände zittern leicht, nicht vor Kälte, sondern vor dem Wissen, dass ich gleich etwas tun muss, das ich früher verachtet hätte. Ein Spieler, nein, ein Mensch, nähert sich dem Weg. Sein Rucksack ist voll. Meiner ist leer.

Und plötzlich ist da diese Stimme in meinem Kopf: „Wenn du es nicht tust, wirst du es bereuen. Wenn du es tust, wirst du es auch bereuen.“

Das ist der Kern des Banditen. Nicht die Gier. Nicht die Gewalt. Sondern die Entscheidung zwischen zwei falschen Wegen.

Vielleicht würde ich mich zeigen. Die Waffe heben. Nicht, um zu töten, sondern um zu überleben. „Rucksack fallen lassen.“ Ein Satz, der schwerer wiegt als jede Kugel.

Und wenn er es tut… wenn er langsam kniet, den Rucksack absetzt, die Hände hebt… dann spüre ich etwas, das ich nicht fühlen will: Scham. Trauer. Und irgendwo tief darunter… Erleichterung.

Ein Bandit ist kein Monster. Er ist ein Mensch, der zu lange allein war. Einer, der zu oft enttäuscht wurde. Einer, der gelernt hat, dass Vertrauen in der Apokalypse ein Luxus ist, den man sich nicht leisten kann.

Ich sehe mich später am Feuer sitzen. Der gestohlene Rucksack liegt neben mir. Ich öffne ihn. Eine Dose Bohnen. Eine Bandage. Ein Foto von jemandem, den ich nie kennenlernen werde.

Und plötzlich trifft es mich: Ich habe nicht nur etwas genommen. Ich habe etwas zerstört. Etwas Unsichtbares. Etwas, das man nicht zurückgeben kann.

Vielleicht wäre ich ein Bandit, weil die Apokalypse mich dazu zwingt. Vielleicht, weil ich irgendwann vergesse, wie es ist, jemandem zu vertrauen. Oder vielleicht, weil ich selbst nicht mehr weiss, wer ich ohne die Dunkelheit bin.

Aber tief in mir… tief in diesem Teil, den die Apokalypse nicht ganz töten kann… würde ich hoffen, dass mich eines Tages jemand sieht. Nicht als Gefahr. Nicht als Feind. Sondern als Mensch, der verloren gegangen ist und vielleicht wiedergefunden werden kann.

Denn selbst ein Bandit trägt eine Geschichte in sich. Und manchmal ist es genau diese Geschichte, die entscheidet, ob man am Ende wieder Mensch wird.

**Das ist der letzt Teil dieser Serie, ich hoffe es hat dir spass gemacht, durchzulesen.**

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