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Serie Teil 3: Wer wäre ich in der Apokalypse?

Serie Teil 3: Wer wäre ich in der Apokalypse?

Teil 3 – Der Soldat

Es gibt Tage in DayZ, da fühlt sich jeder Schritt an wie ein Echo aus einer Vergangenheit, die man nie wirklich hatte. Man läuft durch die Wälder, hört das Knacken der Äste unter den Stiefeln, und plötzlich fragt man sich: Wäre ich in der Apokalypse ein Soldat?

Nicht der strahlende Held, der in Filmen die Menschheit rettet. Sondern der Soldat, wie ihn die Apokalypse wirklich formt: Müde. Wachsam. Zerbrochen an den Rändern, aber noch nicht ganz gefallen.

Ich stelle mir vor, wie ich mit einer alten, verkratzten Waffe durch die Ruinen ziehe. Nicht, weil ich kämpfen will. Sondern weil ich weiss, dass ich es muss. Weil die Welt mich dazu zwingt. Weil Mut in der Apokalypse kein Gefühl ist, sondern eine Entscheidung, die man jeden Morgen neu trifft.

Ein Soldat ist nicht stark, weil er keine Angst hat. Er ist stark, weil er sie mitnimmt. Wie einen unsichtbaren Rucksack, der schwerer wird, je länger man unterwegs ist.

Ich sehe mich an einer verlassenen Strassensperre stehen. Die Schilder sind verrostet, die Sandsäcke geplatzt, die Stille unnatürlich. Hier haben Menschen gekämpft. Hier haben Menschen gehofft. Und hier bin ich, ein Fremder in ihrer Geschichte, aber doch irgendwie Teil davon.

Vielleicht würde ich in der Apokalypse lernen, dass Disziplin nicht bedeutet, Befehle zu befolgen, sondern Verantwortung zu tragen. Für mich. Für andere. Für Entscheidungen, die niemand sonst treffen will.

Der Soldat in mir wäre keiner, der Krieg sucht. Er wäre einer, der Frieden sucht und ihn nur selten findet. Einer, der nachts am Feuer sitzt, die Waffe neben sich, und sich fragt, wie viele Leben er heute gerettet hat… und wie viele er genommen hätte, wenn es nötig gewesen wäre.

Und manchmal, wenn ich in DayZ durch die Dunkelheit schleiche, spüre ich dieses Gefühl: diese Mischung aus Angst, Pflicht und Einsamkeit. Es ist seltsam vertraut. Fast so, als würde ein Teil von mir genau wissen, wie es wäre, ein Soldat in einer Welt ohne Zukunft zu sein.

Vielleicht wäre ich einer, der zu viel denkt. Einer, der zu viel fühlt. Einer, der sich an kleine Momente klammert, ein Sonnenstrahl, ein ruhiger Wald, ein Atemzug ohne Gefahr. Weil diese Momente in der Apokalypse wertvoller sind als jede Patrone.

Und vielleicht… wäre ich genau deshalb ein guter Soldat. Nicht wegen der Stärke. Sondern wegen der Menschlichkeit, die ich trotz allem nicht verlieren will.

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