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Serie Teil 2: Wer wäre ich in der Apokalypse?

Serie Teil 2: Wer wäre ich in der Apokalypse?

Teil 2 – Der Bauer

Es gibt eine besondere Art von Stille in der Apokalypse. Nicht die Stille der Nacht, nicht die Stille nach einem Schuss. Sondern die Stille, die entsteht, wenn man die Hände in die Erde drückt und merkt, dass sie immer noch lebt.

Vielleicht wäre ich ein Bauer.

Nicht, weil ich es im echten Leben bin. Sondern weil es etwas Tröstliches hat, in einer toten Welt etwas wachsen zu lassen. Etwas, das nicht schreit, nicht jagt, nicht frisst. Etwas, das einfach nur da ist und darauf wartet, dass man ihm eine Chance gibt.

Ich stelle mir vor, wie ich irgendwo zwischen den Hügeln von Chernarus ein kleines Stück Land finde. Nichts Besonderes. Nur ein Fleck Erde, der nicht völlig zerstört wurde. Ein Ort, an dem die Sonne noch warm genug ist, um Hoffnung zu säen.

Vielleicht würde ich dort Kartoffeln pflanzen. Oder Tomaten. Oder einfach nur ein paar Samen, deren Namen ich nicht kenne. Es wäre egal. Wichtig wäre nur, dass ich etwas tue, das nicht vom Tod handelt, sondern vom Leben.

Ein Bauer in der Apokalypse ist kein Romantiker. Er ist ein Überlebender. Einer, der weiss, dass Nahrung nicht aus dem Nichts kommt. Einer, der versteht, dass Geduld manchmal mehr wert ist als jede Waffe.

Und doch… steckt in ihm etwas Sanftes. Etwas, das sich weigert, die Welt aufzugeben. Etwas, das sagt: „Wenn ich schon nicht weiss, wie lange ich lebe, dann will ich wenigstens etwas hinterlassen, das länger lebt als ich.“

Ich sehe mich, wie ich am Abend auf einem alten Holzstuhl sitze, die Hände schmutzig, die Kleidung zerrissen, aber der Blick ruhig. Vor mir ein kleines Feld, das im Wind raschelt. Hinter mir ein Haus, das kaum noch ein Haus ist. Und irgendwo in der Ferne das Knurren eines Infizierten, das mich daran erinnert, dass Frieden in dieser Welt immer nur geliehen ist.

Aber für diesen Moment… für diesen einen Atemzug… bin ich nicht der Gejagte. Nicht der Kämpfer. Nicht der Wanderer.

Ich bin der, der etwas wachsen lässt.

Und vielleicht ist das die grösste Rebellion gegen die Apokalypse: Nicht zu zerstören. Sondern zu erschaffen.

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